Gedankenkarusselle

Gedankenkreise ziehen wie Karusselle durch meinen Kopf. Da, wo normalerweise Kinder, ihren Eltern winkend, lachend sitzen rotieren kühle, graue Eisenstangen. Im Hintergrund tönt keine auf die Dauer nervende, dudelnde Ohrwurmmusik, sondern Schreie aus dem Nichts. Kein fröhliches Jahrmarkt Getümmel. Eher so etwas wie gähnender, kahler Altbau. Der Antrieb nicht durch Geld finanziert. Viel mehr durch den eigenen Gedankenkrieg. Mir ist schon ganz schwindelig, denn das Drehen endet nie und ich tue mich schwer bei einer solchen Geschwindigkeit einfach auszusteigen. Vielleicht nur 3-5 km/h doch trotzdem so unglaublich bedrohlich. Hilfe. Wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal ohne Mama auf einem schaukelnden Plastikpferd sitzt. Verloren. Allein. Hilflosigkeit im Gesicht geschrieben, doch keiner hilft dem kleinen Kind, denn Kindern macht Karussell fahren doch Spaß. Und außerdem kann man das Karussell wegen eines kleinen unbedeutenden Kind nicht anhalten. Hände vors Gesicht und warten. Warten, bis alles vorbei ist und Ruhe einkehrt. Dann vielleicht nur noch 1 km/h. Stehen bleiben wird es nie. Dachte ich. Jetzt bist du da und du hast es nicht nur stehen bleiben lassen. Du hast es die Richtung ändern lassen. Bist die Stimme aus dem Navigationssystem, die energisch versucht mir beizubringen ich solle doch Wenden. Das habe ich. Die Pferde reiten rückwärts. Das Kind ist vor lauter Verwunderung nicht mehr mit seiner Angst beschäftigt. Es lacht. Weil etwas anders ist. Weil nicht jeder mit Karussellen fährt, die plötzlich die Richtung ändern. Weil nicht jedes Kind auf Karussellen lachen kann. Die kühlen Eisenstangen wirken nicht mehr bedrohlich. Ich schaue sie an und beginne sie anzumalen. Glitzer zu verstreuen. Konfetti regnen zu lassen. Alles bunt. Alles anders. Auch wenn mein Gedankenkarussell jetzt scheint und langsam erträglich wird, ist Veränderung doch ungewohnt. Nichts ist wie vorher. Grau zu bunt. Weinen zu lachen. Sogar ignorante Eltern winken ihren Kindern zurück. Jetzt fühle ich mich wie das Kind. Alles neu. Erste Fahrt. Ungewohntes Gefühl. Irgendwann werde ich fühlen wie das Kind. Neues akzeptieren. Veränderungen gut heißen. Lachen, ohne nachzudenken.

3.5.15 21:01, kommentieren

Wie die Natur meinen Tag gerettet hat

Fuhr gestern mit gedämpfter Laune einen Feldweg. 2 Rehe sprangen 5 Meter vor mir über den Weg. Wie die Natur meinen Tag gerettet hat.

19.3.15 18:27, kommentieren